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Was ist HPS? History and Philosophy of Science (HPS) erforscht, wie die Wissenschaften eigentlich funktionieren. Durch historische und philosophische Methoden wird diese Frage anhand konkreter Beispiele aus den Wissenschaften untersucht. Dabei werden zwei Zugänge, die Wissenschaftsgeschichte und die Wissenschaftsphilosophie, zu einem Forschungsfeld zusammengeführt.

Die historische Zugangsweise untersucht die Entwicklung wissenschaftlicher Probleme, Theorien und Methoden in Verbindung mit den kulturellen und sozialen Aspekten der ForscherInnen, ihrer Instrumente und den involvierten Institutionen. Die philosophische Zugangsweise konzentriert sich auf die konzeptuelle Analyse und Rekonstruktion von wissenschaftlichen Theorien, Argumenten und Methoden. Beide Zugangsweisen gewinnen durch die Integration im Rahmen der HPS: Klassische erkenntnistheoretische Fragen der Wissenschaftsphilosophie werden durch wissenschaftshistorisches Material neu beleuchtet; historische Entwicklungen der Wissenschaft können unter dem Gesichtspunkt der wechselnden Rationalitäts- und Argumentationsstandards erkenntnistheoretisch analysiert werden.

HPS ist ein relativ junges Forschungsfeld, das einen stetig wachsenden Zulauf erlebt. Es wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Pioniere wie Ernst Mach und Pierre Duhem praktiziert, ist dann Mitte des 20. Jahrhunderts im akademischen Bereich institutionalisiert worden und wird heute an bedeutenden Universitäten in der ganzen Welt gelehrt.

HPS steht auch mit zusätzlichen Bereichen der Wissenschaftsforschung, wie die Social Studies of Science, in einem offenen Dialog.

Univ.-Prof. Dr. Friedrich Stadler
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